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Die wichtigsten Anlagestrategien der Börse im Überblick

Wer ohne Plan an der Börse investiert, kommt selten ans Ziel. Aus diesem Grund sollten sich Anleger bei der Zusammenstellung ihres Depots stets an einer konkreten Anlagestrategie orientieren. Doch welche Möglichkeiten gibt es hier überhaupt? Dies sind die wichtigsten Anlagestrategien im Überblick.

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Die im Folgenden vorgestellten strategischen Ansätze sind dabei jedoch nicht unbedingt exklusiver Natur. Zum Teil können sie auch miteinander kombiniert werden. So lässt sich beispielsweise eine Buy&Hold-Strategie sehr leicht mit einem Value-Ansatz verbinden. Welche Strategie bzw. welche Kombination am besten zu einem passt, hängt wiederum von der eigenen Situation sowie dem jeweiligen Anlageziel ab.

Buy & Hold-Strategie

Die sogenannte „Buy & Hold“-Strategie ist der Klassiker unter den Anlagestrategien. Im Kern geht es dabei darum, die Aktien vielversprechender Unternehmen zu kaufen und diese anschließend über eine möglichst lange Zeit hinweg zu halten. Die Rede ist hier von 10, 20, 30 oder noch mehr Jahren.

Die „Buy & Hold“-Strategie ist einer der am häufigsten genutzten Ansätze. Sie bietet Anlegern gleich mehrere Vorteile. So nimmt sie zum einen nicht sonderlich viel Zeit in Anspruch. Hat man sich einmal ein passendes Portfolio zusammengestellt, braucht man nicht mehr länger dem täglichen Auf und Ab an der Börse folgen. Stattdessen kann man die eigenen Aktien über viele Jahre hinweg für sich arbeiten lassen.

Auf diese Weise gerät man als Anleger auch nicht unter Zwang, ständig zu versuchen, den Markt mit den eigenen Käufen und Verkäufen richtig zu timen. Langzeitanalysen zeigen, dass es für eine hohe Rendite meist wichtiger ist, wie lange man angelegt hat als wann genau man ein- und ausgestiegen ist. Gerade für Privatanleger, die nur begrenzt Zeit haben, sich mit der Börse auseinanderzusetzen, ist der Buy&Hold-Ansatz meist die ideale Anlagestrategie.

Prozyklische Anlagestrategie

Bei der prozyklischen Anlagestrategie setzten Anleger stets auf jene Aktien, die sich gerade im Aufwärtstrend befinden. Der Gedanke dahinter ist der Folgende: Befindet sich der Aktienkurs eines Unternehmens in einem Aufwärtstrend, ist es wahrscheinlich, dass die Aktie auch weiterhin im Wert steigen wird. Anleger versuchen hierbei also, das Momentum einer Aktie für sich zu nutzen. Aus diesem Grund bezeichnet man diese Strategie auch als Momentum-Strategie.

Antizyklische Anlagestrategie

Die antizyklische Anlagestrategie verfolgt den gegenteiligen Ansatz zur prozyklischen Strategie. Hierbei investiert man nicht in Aktien, die gerade steigen, sondern in Papiere, die stark im Wert gefallen sind.

Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass der Markt stets den gerechtfertigten Preis für einen Wert ermitteln kann. Sowohl bei steigenden wie auch bei fallenden Kursen kann es jedoch zu temporären Übertreibungen kommen. Diese werden früher oder später wieder ausgeglichen.

Wer antizyklisch in stark gefallene Aktien investiert, hofft also, dass diese nach den vorherigen Kursverlusten nunmehr unterbewertet sind und daher früher oder später wieder steigen werden. Wenn der Kursanstieg dann eintritt, verkauft man wieder zu einem Gewinn. Das Risiko hierbei besteht darin, den richtigen Zeitpunkt für den Ein- und Ausstieg zu treffen.

Trendbestimmungsstrategie

Bei der Trendbestimmungsstrategie nutzen Anleger verschiedene Aspekte der technischen Analyse, um festzustellen, in welche Aktien sich ein Investment lohnt. Dabei wird der Kurschart einer Aktie mithilfe verschiedener Hilfsmittel analysiert. Hierbei können sowohl Trendlinien und Trendkanäle als auch der gleitende Durchschnitt zum Einsatz kommen.

Core-Satellite-Strategie

Die Core-Satellite-Strategie ist ein hybrider Investment-Ansatz. Bei diesem wird das Depot in zwei Segmente unterteilt: den Kern und die Satelliten. Beim Kern liegt der Fokus auf möglichst wertstabilen Basis-Investments. Diese sollen möglichst zuverlässig Rendite bringen, ohne dabei mit einem zu hohen Risiko behaftet zu sein. Oftmals besteht der Kern deshalb aus börsengehandelten Indexfonds (ETFs), welche die Wertentwicklung eines Börsenindizes wie z. B. den DAX, S&P 500 oder MSCI World abbilden.

Um diesen Kern herum befinden sich eine Reihe von kleineren Einzelpositionen. Diese sollen dabei als Renditebooster fungieren und möglichst hohe Gewinne einbringen. Dabei kann es sich auch ruhig um teils spekulativere und riskantere Nischenanlagen handeln. Durch den wertstabilen Kern werden etwaige Risiken in den Satelliten abgefangen.

Value-Strategie

Die Value-Strategie setzt ganz und gar darauf, in die Aktien unterbewerteter Unternehmen zu investieren. Ihr wohl bekanntester Verfechter ist der Star-Investor Warren Buffett. Beim Value-Ansatz versuchen Anleger stets Unternehmen zu finden, deren wahrer Wert vom Markt bisher nicht erkannt worden ist.

Eine der entscheidenden Kennziffern dafür, ob ein Unternehmen unterbewertet ist, ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Es gibt Auskunft darüber, ob das Gesamtvermögen eines Unternehmens mehr oder weniger Wert ist als sein Aktienwert. Ist Letzteres der Fall, kann es sich um ein unterbewertetes Unternehmen handeln. Da Vermögenswerte jedoch zum Teil versteckt sind, ist oftmals eine detaillierte Unternehmensanalyse notwendig. Dies macht diesen Ansatz gerade für Kleinanleger durchaus aufwendig.

Growth-Strategie

Die Growth-Strategie wird oft als Gegenstück zur Value-Strategie betrachtet. Hier geht es nicht darum, ob ein Unternehmen über- oder unterbewertet ist. Vielmehr trachten Anleger, in Unternehmen zu investieren, die in Zukunft starke Wachstumsraten aufweisen können.

Growth-Werte finden sich oft in zukunftsträchtigen und daher wachstumsstarken Branchen wie z. B. dem IT-Sektor. Da diese Unternehmen ihren Gewinn zu einem großen Teil in weiteres Wachstum und technologische Neuerungen investieren, zeichnen sich viele von ihnen nicht durch eine hohe Dividende aus. Im Fokus der Anleger steht letztlich aber ohnehin einzig und allein das weitere Wachstum.

Dividendenstrategie

Bei der Dividendenstrategie geht es in erster Linie um möglichst hohe Gewinnausschüttungen. Erwirtschaftet ein Unternehmen hohe Gewinne, ist es oftmals bestrebt, einen Teil davon an seine Aktionäre auszuschütten. Diese bekommen dann abhängig von der Zahl ihrer Aktien eine Dividende ausgezahlt.

Dividenden sind eine gute Möglichkeit, regelmäßig Rendite zu erzielen und Geld zu erhalten, ohne die vorhandenen Aktien zuvor verkaufen zu müssen. Das erhaltene Geld kann anschließend entweder nach Belieben reinvestiert oder anderweitig genutzt werden.

Wer eine Dividendenstrategie verfolgt, ist auf der Suche nach Unternehmen, die möglichst zuverlässig hohe Dividenden an ihre Anteilseigner ausschütten. Da solche regelmäßigen Ausschüttungen einen ebenso regelmäßigen Unternehmensgewinn voraussetzen, sind die meisten solcher Dividenden-Unternehmen auch wirtschaftlich gut aufgestellt. Dadurch eignet sich die Dividendenstrategie ebenfalls als langfristig ausgelegter Investment-Ansatz.

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