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In fünf Schritten zur persönlichen Dividendenstrategie 

Nicht wenige Anleger an der Börse setzen auf die Dividendenstrategie, um regelmäßig ein passives Einkommen zu erhalten. Denn Dividenden sind wohl das Paradebeispiel für das Verdienen von Geld mit Geld. Gerade in Zeiten, in denen Zinsen kaum oder gar keine Rolle mehr spielen, wenden sich immer mehr Menschen den Dividenden als eine Art Ersatz zu.

Dabei hört man immer wieder, wie Anleger von der Dividendenstrategie sprechen, diese überschwänglich loben oder heftig kritisieren. Doch dem allem liegt ein fundamentaler Fehler zugrunde. Denn es gibt gar nicht die eine umfassende Dividendenstrategie. Vielmehr handelt es sich nur um einen Oberbegriff, der unterschiedlich interpretiert werden kann und sogar werden sollte.

Wer auf Dividenden setzt, kann dies aus unterschiedlichen Gründen tun. Doch ganz gleich, welche Beweggründe dem Vorgehen zugrunde liegen – eine persönliche Dividendenstrategie ist das Mittel der Wahl. Im folgenden Beitrag geht es darum, wie du in fünf Schritten deine eigene Dividendenstrategie bekommst, die sich ideal für deine Bedürfnisse eignet und an deine persönliche Situation angepasst ist.

Schritt 1: Anlageziel definieren

Zunächst ist es für alle angehenden Dividendeninvestoren entscheidend, das Anlageziel zu definieren. Was möchte man mit der Dividendenstrategie erreichen? Die einen Anleger wollen bereits heute kräftige Ausschüttungen bekommen, von denen der Lebensunterhalt bestritten wird. Die anderen Investoren nutzen eben diese Gewinnausschüttungen, um sie direkt wieder zu investieren.

Darüber hinaus sind finanzielle Ziele an der Börse entscheidend. Soll es ein unbestimmter Vermögensaufbau, die finanzielle Freiheit, das Schließen der Rentenlücke oder sonst ein Ziel sein? Wer sich diese Frage beantwortet, hat den ersten Schritt zur persönlichen Dividendenstrategie gemacht. Vorzugsweise wird das Ziel klar verständlich, messbar und individuell definiert. Dann lassen sich auf dieser Basis die weiteren Schritte mit Leichtigkeit absolvieren.

Schritt 2: Dividendenwachstum oder Dividendenertrag?

Zwar gibt es nicht die eine Dividendenstrategie. Dennoch lässt sich eine grundsätzliche Unterteilung der verschiedenen strategischen Ausrichtungen vornehmen. Hier heißt es Dividendenwachstum vs. Dividendenertrag. Doch worum handelt es sich bei diesen Bezeichnungen und was davon möchtest du haben?

Eine Dividendenwachstumsstrategie orientiert sich an den Gewinnausschüttungen in der Zukunft. Das Dividendenwachstum soll bei den Unternehmen hoch sein. Folglich gibt es innerhalb von einigen Jahren eine beträchtliche Dividende. Gut geeignet ist dieser Ansatz, wenn dir noch viele Jahre bleiben, bis du auf die Dividenden angewiesen bist.

Demgegenüber zielt die Dividendenertragsstrategie auf das Hier und Jetzt ab. Es geht eben nicht darum, in der Zukunft möglichst viele Dividenden zu bekommen. Vielmehr soll der monatliche Cashflow schon heute beträchtlich sein.

Schritt 3: Eigene Dividendenkriterien festlegen

Nun ist es an der Zeit, eigene Kriterien für seine Dividenden festzulegen. Denn neben der grundsätzlichen Ausrichtung der Unternehmen, die im nächsten Schritt betrachtet wird, gibt es einige spezifische Kriterien für alle Dividendeninvestoren.

Zunächst kann die Höhe der Dividendenrendite ein wichtiges Kriterium insbesondere für Anleger mit Fokus auf den Dividendenertrag sein. Diese investieren beispielsweise nur in Aktien, die schon heute 2, 3 oder sogar 4 % Dividende ausschütten. Doch auch Wachstumsinvestoren könnten sich eine Grenze setzen, bei der die Unternehmen mit der Ausschüttung beginnen.

ℹ️ Auch interessant: Die Dividendenstrategie – Das Für und Wider

Zugleich scheint es sinnvoll, weitere Kriterien zu berücksichtigen. Das Dividendenwachstum sollte immer dann hoch sein, wenn es um die Rendite in der Zukunft geht. Wenn ein Unternehmen schon heute 5 % Dividendenrendite ausschüttet, muss diese gar nicht mehr wachsen. Bei kleiner Dividende ist dies jedoch notwendig.

Die Ausschüttungsquote gibt darüber Aufschluss, ob die Gewinnausschüttungen des Unternehmens in einem gesunden Rahmen erfolgen. Bei Dividendenwachstumsinvestoren ist eine Ausschüttungsquote deutlich unter 50 % wünschenswert, damit viel Spielraum für zukünftige Steigerungen vorhanden ist. Doch auch darüber hinaus sollten Unternehmen nicht mehr als 80 % ihrer Gewinne an die Aktionäre ausschütten, um weiterhin flexibel zu bleiben.

Zusätzlich lassen sich persönliche Werte für die Dividendenkontinuität festlegen. Hier geht es beispielsweise darum, wie oft in Folge eine Dividende gezahlt wurde und seit wann die Dividende jährlich erhöht wird.

Schritt 4: Qualitative und quantitative Unternehmensauswahl

Die Dividende ist nur so gut, wie das dahinterstehende Unternehmen. Denn was bringt es einem Investor, wenn es jährlich eine schöne Zahlung vom Unternehmen gibt, dieses jedoch in ein paar Jahren bankrott ist oder das Geld schlichtweg nicht mehr für die Gewinnausschüttung reicht.

Somit müssen auch individuelle Kriterien für die Unternehmensauswahl festgelegt werden. Hier geht es beispielsweise um qualitative Faktoren wie Burggraben, Geschäftsmodell, Wettbewerbsposition und Zukunftsfähigkeit. Doch auch quantitative Kennzahlen wie Gewinnwachstum, Verschuldung oder Eigenkapitalrendite sollten nicht unberücksichtigt bleiben.

Schritt 5: Kaufintervalle festlegen

Für eine klar definierte Dividendenstrategie sollten Investoren nun den Kaufzeitpunkt festlegen. Besonders einfach ist es, wenn via Aktien-Sparplan kontinuierlich in festen Intervallen die Aktie gekauft wird. Doch auch mit Einmalkäufen funktioniert die dividendenfokussierte Strategie. Bestenfalls gibt es jedoch auch hier Kriterien, wann der Einstieg gewagt wird und wann man die Position aufstockt.

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