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Warum die Crash-Propheten so oft falsch liegen

Wer kennt sie nicht? Die guten, alten Crashpropheten. Immer wieder treten sie in TV-Shows auf, bewerben ihre neuen Bücher oder geben aufsehenerregende Interviews für Zeitung, Radio und Co. Dabei geht es nahezu immer um verheerende Kursstürze an den Börsen. Das Schlimmste vom Schlimmen wird prognostiziert.

Markus Krall, Dirk Müller, Max Otte oder Friedrich & Weik gehören zu den bekanntesten Stimmen im Chor der sogenannten Crash-Propheten. Schon seit einigen Jahren warnen sie vor einem massiven Börsenbeben, obwohl der Markt in dieser Zeit nur eine Richtung gekannt hat: nach oben. Die Liste ihrer Fehleinschätzungen ist schier endlos. Warum finden ihre Prognosen dennoch bei so vielen Privatanlegern Gehör? Wie performen ihre Fonds? Zum Schluss gibt es dann noch das vielleicht wichtigste Argument dafür, dass ihre Vorhersagen auch in Zukunft mit großer Regelmäßigkeit danebenliegen könnten.

Angst als Geschäftsmodell

Niemand verliert gerne Geld. Kein Mensch mag es, in sein Depot zu schauen, wenn die Kurse Tag für Tag stark nachgeben. Erfahrene Anleger wissen jedoch, dass große Korrekturen und Crashs zur Börse dazugehören. Sie nutzen die Discount-Preise, um günstig nachzukaufen. Börsenneulingen und unsicheren Anlegern fällt das oft schwer. Sie lassen sich von ihrer Angst beherrschen und verkaufen panisch im Verlust, weil sie weitere Kursstürze befürchten. Gerade für ängstliche Anleger, die sich einseitig auf mögliche Risiken fokussieren, sind Crash-Propheten interessant. Sie geben ihnen das Gefühl, dass ihre Ängste ernst genommen werden. Dabei bleibt es jedoch nicht, denn die vermeintlichen Experten unternehmen ihrerseits viel, um die Unausweichlichkeit ihrer Katastrophen-Szenarien plausibel erscheinen zu lassen und damit noch mehr Ängste zu schüren.

Ob der Zusammenbruch des Bankensystems, der Untergang des Euro als Folge einer Hyperinflation oder der Jahrhundert-Crash an der Börse: Es ist für jeden etwas dabei. In einer Zeit, in der das Vertrauen in die „Mainstream-Medien“ immer mehr erodiert, fällt es Crash-Propheten besonders leicht zu überzeugen. Sie erwecken den Eindruck, Wahrheiten auszusprechen, die Anleger sonst nirgends hören und wahrscheinlich auch gar nicht hören sollen.

Letztlich spielt es aber kaum eine Rolle, was für gefährliche Wahrheiten die Crash-Propheten raunend verkünden. Auch wenn sie den Anschein erwecken sollten, verfügen sie über keinerlei Informationsvorsprung gegenüber anderen gut informierten Marktteilnehmern. In Fachkreisen spielen sie keine Rolle. Es sind die leicht beeinflussbaren und von Angst getriebenen Privatanleger, die sie zu dem machen, was sie sind. Bezeichnend ist, dass Crash-Propheten finanziell nicht davon abhängig sind, dass sich ihre Prognosen bewahrheiten. In erster Linie leben sie von dem Verkauf ihrer Bücher, schillernden Medienauftritten und den Millionen, die in ihre Fonds fließen.

Fragwürdige Performances

Das Schöne an der Börse ist, dass ein schlichter Blick auf den Chart eine klare Antwort darauf gibt, was von den Crash-Propheten zu halten ist. Anfang 2020 lag ein über zehn Jahre währender Bullenmarkt hinter uns. Im März 2009 notierte der DAX bei rund 3.700 Punkten. Bis zum Januar 2020 legte der deutsche Leitindex bis auf 13.500 Punkte zu und hatte sich damit mehr als verdreifacht. Es ist naheliegend zu denken, dass ein Index, der so stark gestiegen ist, irgendwann auch einmal dramatisch einbrechen muss. Die plötzlich hereinbrechende Corona-Krise schien den Crash-Propheten Recht zu geben. Ihre große Stunde war nun gekommen – oder doch nicht? Welche, wenn nicht die Fonds der berufsmäßigen Warner hätten der Talfahrt an den Börsen am ehesten standhalten sollen? Die Antwort ist ernüchternd.

Die Fonds von Max Otte und Friedrich & Weik haben im Crash ähnlich deutlich nachgegeben wie der breite Markt. Von der erhofften Widerstandskraft war nichts zu sehen. Nicht nur das: Auf lange Sicht hätte die fantasielose ETF-Investition in den nicht allzu dynamischen DAX ein sehr viel ansehnlichere Rendite abgeworfen als die beiden Crash-Fonds. Das macht deutlich, dass Crash-Fonds dauerhaft nicht funktionieren können. Es stimmt zwar, dass Märkte immer wieder rasant fallen. Auf lange Sicht gesehen steigen sie aber. Überängstliche Absicherungen mit Futures und Optionen sind aus diesem Grund genauso kontraproduktiv wie die massive Übergewichtung von Gold als vermeintlich sichere Alternative.

Aktien – was denn sonst?

Zugegeben, vielen fällt es schwer, angesichts der vielen guten Börsenjahre in jüngster Zeit an eine Fortsetzung des übergeordneten Bullenmarktes zu glauben. Doch der Markt bricht nicht ein, nur weil er bereits sehr gut gelaufen ist. Ein guter Grund, warum die Rallye noch lange weitergehen könnte, ist das Marktumfeld. Die Verzinsung von Anleihen ist sehr überschaubar. Auch das Konto wirft Sparern so gut wie keine Zinsen mehr ab. Zugleich ist sehr viel billiges Geld im Umlauf, das nach Zielen sucht.

Insbesondere Sachwerte wie Immobilien, Edelmetalle oder Aktien profitieren von den nachhaltig niedrigen Zinsen. Es gibt gute und schlechte Börsenjahre, doch im Schnitt werfen Aktien eine Rendite von rund sieben Prozent jährlich ab. Das Zusammenspiel von vergleichsweise hoher Rendite-Erwartung und niedrigen Zinsen ist ideal für Aktien. Daher sollte es auch nicht verwundern, dass Wertpapiere aus Sicht von Altmeister Warren Buffett zu günstig bewertet sind. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Markt in Zukunft noch sehr viel höher bewertet sein könnte als heute. Crash-Propheten verwenden viel Zeit darauf, Horror-Szenarien in düsteren Farben auszumalen. Dabei vergessen sie jedoch, auf das größte aller Risiken hinzuweisen. Es besteht darin, in einem großartigen Marktumfeld überhaupt nicht investiert zu sein.

Crash in Sicht? Na und?

Nicht selten enthalten derartige Prophezeiungen Zusätze wie „aller Zeiten“, „des Jahrhunderts“ oder „Mega-Gau“. Doch nicht immer erfüllen sich die Prophezeiungen. Im Gegenteil ist die Trefferquote das eigentlich Erschreckende. Doch das ist gar kein Problem – denn wenn der prognostizierte Crash-Zeitpunkt vorüber ist, wird einfach mal das Datum getauscht. Aus dem Aktien-Crash 2020 wird dann halt das Börsen-Ende 2021. So einfach läuft’s im Geschäft der Crash-Propheten.

Doch als Anleger sollte dich das kalt lassen. Denn es gibt gute Gründe, den Crash-Propheten die kalte Schulter zu zeigen und weiter in Aktien zu investieren.

Crash-Propheten gab es schon immer!

Zunächst hilft ein kurzer Blick in die Historie. Denn Crash-Propheten sind beileibe kein neues Phänomen, auch wenn diese dank Internet eine nie dagewesene Reichweite haben. Zu den bekanntesten dieses Metiers gehört der ehemalige Hedgefonds-Manager Jim Rogers. Dieser prophezeite bereits 2011 eine 100%ige Chance auf eine Krise, die schlimmer als 2008 sei. 2014 ging er sogar so weit, dass man besser alles verkaufen und um das Leben rennen solle.

Doch 2021 notieren viele Indizes auf neuen Rekordhochs. Wer damals auf Jim Rogers gehört hätte, würde sich heute wohl kaum diesen Fehler verzeihen. Dabei ist Jim Rogers nur ein Beispiel unter Zahlreichen. Mit den Fehlschlägen der Crash-Gurus könnte man ganze Bücher füllen – wahrscheinlich sogar Bibliotheken.

Crash-Prognosen als Business

Dabei müssen Anleger auch verstehen, dass die Crash-Prognosen zu einem Art Business verkommen sind. Aufsehenerregende Headlines in den Zeitungen oder dramatisch klingende Buchtitel eignen sich nun einmal besonders gut, um die erforderlichen Klicks zu bekommen oder Verkäufe zu generieren. Ein Buch mit dem Titel „Ein Crash biblischen Ausmaßes steht bevor“ ist wohl eher der Kassenschlager als ein langweiliger Titel wie „Auch 2021 gibt es Rendite am Aktienmarkt“.

Langfristig steigen die Aktienmärkte

Dabei ist ein Crash gar nicht das Problem. Schließlich weiß jeder realistische Börsianer nur zu gut, dass der nächste Crash kommen wird. Nur niemand weiß, wann genau – auch nicht die Crash-Propheten. Wichtig ist jedoch auch gar nicht der Crash, sondern die Entwicklung des Aktienmarktes im Anschluss. Denn es gibt zahlreiche Gründe, warum die Aktienkurse langfristig weiter steigen. Ausgleich der Inflation, technologischer Fortschritt, menschliche Bedürfnisse, steigender Wohlstand oder wachsende Bevölkerung sind nur eine kleine Auswahl.

Eine Krise ist immer auch eine Chance!

Wer nicht allzu viel auf den heißen Brei der Crash-Propheten gibt, sollte Krisen und Crashs als das sehen, was sie sind – nämlich die Chance, auf eine überdurchschnittliche Rendite. Wer kauft, wenn die Kanonen donnern und verkauft, wenn die Violinen spielen, macht frei nach Carl Meyer von Rothschild nämlich alles richtig. Wenn sich die Aktienmärkte erneut erholen – wie übrigens immer in der Geschichte – steht ein ordentliches Plus im eigenen Depot.

Portfolio krisensicher aufstellen!

Nichtsdestotrotz wissen wir, dass der nächste Crash kommen wird. Wie gezeigt, ist dies auch gar nicht weiter schlimm, wenn man den Börsensturz als Chance nutzt. Allerdings macht es durchaus Sinn, das eigene Portfolio krisensicher aufzustellen. Denn nicht jedes Unternehmen übersteht jede Krise, zugleich birgt das Investieren in Aktien bei all den großen Chancen auch einige Risiken, die man nicht vernachlässigen sollte.

Mit einer Basis aus Qualitätsaktien, einer gelungenen Diversifikation über Regionen und Branchen sowie einer sorgfältigen Unternehmensanalyse lassen sich jedoch die meisten Risiken reduzieren. Dann wird es entgegen allen Vorhersagen der Crash-Propheten nach dem nächsten Crash auch in nicht allzu ferner Zeit neue Rekordhochs für das eigene Depot geben.

Denn diese Prognose traf in der Vergangenheit immer zu – ganz im Gegenteil zur Vorhersage, dass der nächste Crash der Letzte sein wird, von dem sich unser Finanzsystem nicht mehr erholt.

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