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Diese vier Aktienunternehmen sind im Familienbesitz

Die Börse gilt immer noch vielen Privatanlegern als wahres Haifischbecken. Obwohl das ein längst überholter Glaubenssatz ist und auch Kleinaktionäre gute Erfolge erzielen können, ist die Suche nach einem sicheren Anker am Wertpapiermarkt verständlich. Viele scheuen sich davor, ausschließlich in undurchsichtige Großkonzerne zu investieren und halten daher die Augen nach Familienunternehmen offen.

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Wer jetzt zunächst an den Mittelstand denkt, liegt falsch. Auch an der Börse finden sich Großkonzerne in Familienbesitz. Die schützende Hand einer Familie in der Aktionärsstruktur wird von vielen als Qualitätsmerkmal gedeutet. Aber stimmt diese Meinung überhaupt? Wir schauen uns vier wichtige Firmen an.

Starke Familie im Hintergrund: Fluch oder Segen?

Familienunternehmen schneiden am Markt sehr gut ab – das belegen mittlerweile mehrere Studien. Meist stecken hinter diesem Erfolg vor allem stabile Geschäftszahlen und eine niedrige Verschuldung. Auch das Risiko ist bei Unternehmen im Familienbesitz deutlich reduziert. Wird eine Firma bereits seit Generationen „vererbt“, wird sehr viel langfristiger gedacht. Kurzfristige Erfolge oder auch impulsive Entscheidungen wie Massenentlassungen kommen seltener vor. Familienunternehmen legen meist sehr viel Wert auf organisches Wachstum, das aus dem operativen Geschäft finanziert wird.

Die Risikobereitschaft ist minimaler – schließlich möchten die Enkel oder Urenkel, dass die Firma ihrer Vorfahren weiter existiert. Die gute Nachricht für den Anleger: Die Wertpapiere schwanken deutlich weniger. Das liegt unter anderem auch daran, dass viele Aktien in fester Hand sind. So können deutlich weniger davon gehandelt werden.

Das klingt natürlich jetzt alles zu schön, um wahr zu sein. Wie immer an der Börse sollte man aber natürlich nicht die „Katze im Sack“ kaufen, bevor nicht grundlegende Dinge geprüft wurden. Auch Familienunternehmen können scheitern. Oft sind Streitigkeiten innerhalb der Familie der Auslöser für einen Misserfolg der Firma. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen: Bestimmt die Familie bei der langfristigen Unternehmensstrategie mit? Wie wird in Krisen reagiert? Werden interne Konflikte öffentlich ausgetragen? All diese Fragen können Aufschluss darüber geben, ob sich die Investition in ein Unternehmen in Familienhand lohnt.

Walmart

Bei Familienunternehmen denkt man sofort an den Giganten des Einzelhandels: Walmart. Die amerikanische Firma wurde 1962 von Sam Walton gegründet und beschäftigt heute über 2,2 Millionen Mitarbeiter. In über 3000 Filialen können Amerikaner zu günstigen Preisen ihren Einkauf erledigen. Die Familie Walton besitzt immer noch die Hälfte der Firmenanteile und ist damit die reichste Familie in den USA.

Roche

Roche hat seinen Hauptsitz in Basel und ist in der Pharmabranche aktiv. Neben Themengebieten wie Onkologie, Virologie und Neurologie, forscht Roche auch auf dem Gebiet der Transplantationen. Gegründet im Jahre 1896, beschäftigt das Unternehmen heute über 100.000 Mitarbeiter. Die Familien Oeri und Hoffmann halten über die Hälfte der Aktien von Roche. Beides sind Erben des Gründers Fritz Hoffmann-La Roche. Die Familienmitglieder zählen damit zu den reichsten Menschen in der Schweiz.

Samsung

Der südkoreanische Konzern wird hierzulande oft mit Handys und anderen Elektrogeräten in Verbindung gebracht. Das stimmt nur zum Teil: Auch in Bereichen wie Bau, Chemie oder Versicherungen ist Samsung aktiv. Knapp 287.000 Mitarbeiter werden beschäftigt. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 1938 von Lee Byung-Chull als Lebensmittelladen. Die Familie hält auch heute noch einen Großteil der Aktien von Samsung.

Novartis

Bei Novartis handelt es sich um einen Pharmariesen aus der Schweiz. Novartis ist noch recht jung – 1996 fusionierten mit Ciba-Geigy und Sandoz zwei Unternehmen aus den Bereichen Pharmazie und Chemie. Damit war Novartis geboren. Heute gilt das Pharmaunternehmen als eines der größten der Welt und beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter. Ein Großteil der Aktien ist nach wie vor im Besitz der Familie Sandoz.

Fazit: Ein Stück Heimat an der Börse

Mit Familienunternehmen wird oft eine „heile Welt“ verbunden. Und tatsächlich warten diese Firmen mit einigen tollen Vorteilen für ihre Aktionäre auf. Familienmitglieder als Großaktionäre sind meist am langfristigen Fortbestand der Firma interessiert. Vor allem natürlich, um das Lebenswerk ihrer Großeltern zu bewahren, aber sicher auch, weil sie mit eigenem Geld in die Unternehmen investiert sind. Das kann an der teils hektischen Börse für etwas Sicherheit sorgen. Aber auch hier gilt: Ein Konzern sollte immer auf Mark und Bein überprüft werden. Bei Familienunternehmen lohnt sich zusätzlich ein Blick in die jüngere Familiengeschichte.

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