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Hebel ETF: Alle wichtigen Infos über Leveraged ETFs

Hebel ETFs ermöglichen es Anlegern, potenziell höhere Renditen einzufahren. Gleichzeitig gehen sogenannte Leveraged ETFs aber auch mit einem erhöhten Risiko einher. Doch was genau versteht man unter einem gehebeltem ETF und lohnt es sich tatsächlich, in einen solchen Hebel ETF zu investieren?

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Was ist ein Hebel ETF?

Unter einem Hebel ETF oder auch Leveraged ETF versteht man einen börsengehandelten Indexfonds, welcher die Wertentwicklung eines Index um einen bestimmten Faktor gehebelt nachbildet. Gehebelt bedeutet in diesem Zusammenhang „verstärkt“.

Je höher der Hebel-Faktor ist, desto mehr wird die jeweilige Kursentwicklung dabei verstärkt. Bei einem Leveraged ETF auf den DAX mit einem Faktor 2:1 würde demnach jede Kursveränderung verdoppelt nachgebildet. Ein Kursplus von 10 Prozent beim DAX würde in dem Fall ein Kursplus von 20 Prozent bei dem gehebelten ETF bedeuten. Bei einem Hebel-Faktor von 3:1 wären es dann bereits 30 Prozent usw.

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Wie funktioniert ein gehebelter ETF?

Üblicherweise bilden ETFs ihren Vergleichsindex nach, in dem sie die in ihm enthaltenen Aktien kaufen. Eine Ausnahme hiervon bilden sogenannte synthetische ETFs, die die Wertentwicklung ihres Index stattdessen über Swaps nachbilden.

Auch bei einem gehebelten ETF ist eine reine Nachbildung über Aktien nicht möglich. Stattdessen greifen Leveraged ETFs auf Derivate und Swaps zurück, um ihren jeweiligen Hebel zu erzeugen und damit eine vervielfachte Performance des ihnen zugrunde liegenden Index zu ermöglichen.

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Aufgrund der regelmäßigen Nutzung von Derivaten, Optionen und Swaps bildet ein gehebelter ETF die Wertentwicklung seines Vergleichsindex niemals genau 1:2, 1:3 usw. nach. Da ständig umgewichtet werden muss, um die potenzierte Wertentwicklung zu erreichen, entstehen Schwankungen, wodurch der Wert des ETFs stets etwas abweichen kann.

So kann der Wert eines Leveraged ETF an einem Handelstag 3 Prozent unter dem anvisierten Kurswert liegen, nur um am nächsten Tag 4 Prozent darüber zu liegen. Dies führt dazu, dass sich die mögliche Rendite eines Hebel ETFs über längere Zeiträume hinweg nicht einfach durch das multiplizieren des Basiswertes errechnen lässt.

Potenzial und Risiko von Leveraged ETFs

Hebel ETFs bieten Anlegern eine Reihe von Vorteilen. Der offensichtlichste Vorteil ist hierbei, dass sie eine deutlich höhere Rendite ermöglichen als dies mit normalen ETFs auf den gleichen Vergleichsindex möglich wäre. Auf diese Weise können Anleger auch mit einem relativ überschaubaren Geldeinsatz teils sehr hohe Renditen einfahren.

Ferner ermöglichen es Leveraged ETFs auch, bereits von vergleichsweise kleinen Kursänderungen zu profitieren. Je nachdem, wie hoch der Hebel-Faktor ist, können auch Kursveränderungen im einstelligen Prozentbereich Renditen im zweistelligen Bereich generieren.

Gleichzeitig gehen gehebelte ETFs aber auch mit einem signifikanten Risiko einher. So werden durch den Hebel nämlich sämtliche Kursentwicklungen verstärkt – sowohl die positiven, wie auch die negativen Kursausschläge. Sollte der Kurs des Vergleichsindex also statt zu steigen, beispielsweise um 10 Prozent fallen, so würde der Hebel ETF einen Verlust von ca. 20 Prozent (beim Faktor 2:1) ausweisen.

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Leveraged ETFs erhöhen die Volatilität ihres Index deutlich und verstärken damit nicht nur mögliche Gewinne, sondern auch potenzielle Verluste. Da Privatanleger beim Versuch, den Markt vorherzusagen und zu timen, traditionell eher danebenliegen, kann die Nutzung von gehebelten ETFs durchaus eine große Gefahr darstellen.

Darüber hinaus sind Hebel ETFs in der Regel auch deutlich teurer als normale ETFs. Grund hierfür ist der höhere Aufwand, einen Index gehebelt nachzubilden. Üblicherweise liegen die Kosten eines Leveraged ETFs zwischen 0,35 und 0,99 Prozent.

Hebel ETF kurzfristig oder langfristig nutzen?

Grundsätzlich eignet sich ein gehebelter ETF eher für kurzfristige Investments. Grund hierfür sind zum einen die bereits erwähnten höheren Kosten, welche sich über die Jahre hinweg spürbar summieren.

Ferner schlagen sich Kursverluste langfristig stärker auf ein Portfolio nieder als Kursgewinne. Verliert ein ETF 20 Prozent seines Wertes, so muss der Kurs anschließend um 25 Prozent steigen, um wieder den Ausgangswert zu erreichen. Wird ein solcher Verlust nun durch einen Hebel ETF z. B. auf 40 Prozent verstärkt, so muss der ETF anschließend um ganze 66,7 Prozent steigen, um die erlittenen Verluste wieder zu egalisieren. Auf lange Sicht kann so eine Art negativer Zinseszinseffekt entstehen.

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Hohe Hochs und tiefe Tiefs – der WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged

Ein gutes Beispiel für einen Leveraged ETF ist der WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged (ISIN: IE00BLRPRL42). Der ETF bildet die Wertentwicklung des bekannten US-Technologieindex Nasdaq 100 um den Faktor 3 verstärkt nach.

Der Nasdaq 100 war in den vergangenen Jahren einer der sich am stärksten entwickelnden Indizes. So verzeichnete der Index beispielsweise allein im Jahr 2019 ein Kursplus von rund 41 Prozent. Anleger, welche in den WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged investiert hätten, hätten im gleichen Jahr sogar ein Plus von 137,35 Prozent eingefahren. Damit hatte der Hebel ETF innerhalb eines Jahres noch besser als zum angegebenen Faktor 3:1 performt.

Ein Blick auf die Performance im laufenden Jahr verdeutlicht jedoch gleichzeitig, welches Risiko ein Investment in solch einen Leveraged ETF bergen kann. Während der Nasdaq 100 seit Jahresanfang rund 19 Prozent seines Wertes eingebüßt hat, beläuft sich der Verlust beim WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged sogar auf mehr als 70 Prozent!

Florian Schulze
Florian Schulze
Florian Schulze hat einen Abschluss in internationaler Politik und Wirtschaftspolitik und studiert derzeit Mathematik. Aktien sind seine Leidenschaft.

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