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Was passiert mit Aktien bei Verstaatlichung?

Der Deutsche Staat verstaatlicht den Energiekonzern Uniper. Doch was genau bedeutet dies bei einem Aktienunternehmen und was passiert mit Aktien bei einer Verstaatlichung?

Nachdem der Düsseldorfer Gasimporteur Uniper aufgrund der versiegenden russischen Gaslieferungen und des deshalb stark gestiegenen Gaspreises in Schieflage geraten ist, wird der Staat eingreifen und Uniper verstaatlichen. Zu diesem Zweck steigt der Staat mit 98,5 Prozent bei dem Aktienunternehmen ein.

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Warum eine Verstaatlichung den Aktienkurs sinken lassen kann

Oftmals geht die Übernahme eines Aktienunternehmens durch ein anderes mit einem steigenden Aktienkurs einher. Will jemand sich eine Mehrheitsbeteiligung an einem Unternehmen sichern, so muss eine entsprechende Mehrheit der Aktien gekauft werden. Dies geschieht üblicherweise zu einem vorher festgelegten Marktpreis, der für gewöhnlich über dem tatsächlichen Aktienkurs liegt. Für Anleger winkt bei solchen Geschäften daher oft ein Gewinn.

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Gerüchte rund um eine Verstaatlichung von Uniper kursieren bereits seit Längerem. Allerdings ist der Kurs der Uniper-Aktie in den vergangenen Wochen weiterhin deutlich gefallen. Grund hierfür ist nicht nur die schlechte wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Es hängt auch damit zusammen, wie der deutsche Staat bei dem Konzern einsteigt.

Zum einen erwirbt der Staat die 78 Prozent, welche der finnische Staatskonzern Fortum an Uniper hält. Hierfür zahlt der Staat gerade einmal 1,70 Euro je Aktie, was nochmals deutlich weniger ist, als der Aktienkurs.

Um auf eine Beteiligung von 98,5 Prozent zu kommen, wendet sich der Staat gleichzeitig jedoch nicht an die übrigen Aktionäre, um diesen ein Angebot zu machen. Stattdessen wird es eine Kapitalerhöhung ohne Bezugsrecht für bestehende Aktionäre geben, welche den Wert der Uniper-Aktien weiter verwässern wird, und dem Staat letztlich die gewünschte Mehrheit von 98,5 Prozent einbringt.

Die Aktionäre von Uniper werden bei diesem Vorgehen also nicht per se enteignet. Da die Zahl der Aktien jedoch deutlich steigt und der Staat im Rahmen der Kapitalerhöhung lediglich 1,70 Euro je neuem Anteil zahlt, dürfte der eigentliche Wert jeder einzelnen Aktie nochmals deutlich einbrechen.

Aktien Verstaatlichung auch über Squeeze-Out möglich

Eine solche Kapitalerhöhung ist allerdings nur eine Möglichkeit, wie eine Verstaatlichung eines Aktienunternehmens ablaufen kann. Eine alternative Vorgehensweise ist der sogenannte Squeeze-Out.

Bei einem solchen Squeeze Out erhalten die Minderheitsaktionäre jeweils eine Abfindung für ihren Anteil der Aktien. Die Aktionäre müssen ihre Anteile dabei zum vorgegebenen Preis verkaufen, selbst wenn sie dies eigentlich nicht wollen. Hierbei handelt es sich dementsprechend um eine Form der Enteignung.

Die rechtliche Grundlage für diese Form des Herausdrängens von Kleinaktionären existiert bereits seit 2002. Es gibt dabei verschiedene Formen des Squeeze-Outs. Üblicherweise kommen diese jedoch nicht im Zusammenhang mit einer Verstaatlichung zum Tragen, sondern bei Fusionen und Übernahmen zwischen zwei Unternehmen.

Die Immobilienbank Hypo Real Estate wurde 2009 durch einen solchen Squeeze-Out der restlichen Aktionäre verstaatlicht. Nachdem der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin 90 Prozent der HRE-Anteile in seinen Besitz gebracht hatte, setzte er auf der Hauptversammlung im Oktober 2009 mit seiner Stimmenmehrheit den Squeeze-Out durch. Den übrigen Aktionären wurden ihre Anteile anschließend gegen Zahlung einer Abfindung abgenommen.

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Im Anschluss daran klagten 38 der so enteigneten Aktionäre gegen dieses Vorgehen. Letztlich wurde diese Klage jedoch vom Landgericht München I abgewiesen. Der Squeeze-Out von Aktionären durch den Staat verstößt nicht gegen die deutsche Verfassung.

Was passiert mit Aktien bei Verstaatlichung?

Die Aktien selbst bleiben von einer Verstaatlichung unbeeinflusst. Sofern sich der Staat nicht dazu entschließt, das Unternehmen von der Börse zu nehmen, bleiben die Aktien im Umlauf – allerdings eben im Besitz des Staates.

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Welche Auswirkungen eine Verstaatlichung langfristig auf Aktionäre haben kann, hängt allerdings durchaus von der Art des staatlichen Vorgehens ab. Bei einem Squeeze-Out erhalten die Aktionäre zwar eine Entschädigung, allerdings verlieren sie dafür auch ihre Anteile. Sollte sich das Unternehmen später einmal wirtschaftlich erholen und der Aktienkurs wieder steigen, profitiert hiervon ausschließlich der Staat als einziger Aktionär, während alle ehemaligen Aktionäre leer ausgehen. Eben dieser Aspekt hatte dereinst zahlreiche Aktionäre der HRE am Squeeze-Out gestört

Da sich der Staat bei Uniper allerdings gegen einen Squeeze-Out entschieden hat und sich die gewünschte Mehrheit stattdessen mittels der Anteile von Fortum sowie einer Kapitalerhöhung sichert, bleiben die übrigen Kleinaktionäre weiterhin im Spiel. Sollte der Wert der Uniper-Aktie in Zukunft irgendwann einmal wieder deutlich steigen, könnten die Aktionäre am Ende womöglich doch noch profitieren. Wie wahrscheinlich eine solche Kurserholung ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Florian Schulze
Florian Schulze
Florian Schulze hat einen Abschluss in internationaler Politik und Wirtschaftspolitik und studiert derzeit Mathematik. Aktien sind seine Leidenschaft.

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