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Warum eine Branchen-Wette an der Börse fatal sein kann

Bestimmte Branchen erfreuen sich unter Börsianern einer regen Beliebtheit. Galt das vor einigen Jahrzehnten noch für Öl-Titel, trifft es Anfang des 21. Jahrhunderts vor allem auf Tech-Werte zu. Dies verwundert mit Blick auf deren Performance nicht. So lässt sich durchaus sagen, dass die zu ihrer Zeit äußerst beliebten Branchen überdurchschnittlich gute Renditen erzielen konnten. Egal, ob Öl oder Digitalisierung – Portfolios mit entsprechenden Titeln verzeichneten oft große Gewinne.

Im Umkehrschluss stellt sich die Frage: Wäre es in Anbetracht dessen nicht sinnvoll, hauptsächlich Aktien im Trend zu kaufen? Die Antwort mag überraschen, doch ist sie schnell geben: Eine Branchen-Wette an der Börse kann für dein Depot fatal sein. Hierfür gibt es mehrere nicht zu unterschätzende Gründe.

Die Zukunft bleibt ungewiss

Niemand weiß, wie sich die Börse entwickeln wird. So ist es möglich, dass die Gewinner von heute die Verlierer von morgen sind. Bist du von einer bestimmten Branche besonders überzeugt? Lasse dich nicht von Emotionen leiten und agiere möglichst rational. Eine solche Vorgehensweise wird dir dabei helfen, Verluste zu vermeiden.

Denn klar ist: Nicht selten genügt ein größerer Skandal, um Kurszuwächse eines bestimmten Titels oder gar einer ganzen Branche stagnieren zu lassen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Märkte bereits stark überhitzt sind. Das Stichwort ist an dieser Stelle die Blasenbildung. Ein Beispiel aus der Börsengeschichte:

Der Neue Markt Anfang der 2000er Jahre stand ganz im Zeichen von früher Technologie. Eine Domain genügte den von Gier getriebenen Anlegern, um ein Investment zu wagen. Es schien damals eine No-Brainer-Branche zu sein. Irgendwann jedoch musste auch diese Blase platzen. Schließlich war ein Kauf zahlreicher der damaligen Unternehmen fundamental schlicht nicht vertretbar. Und damit war der erste Tech-Hype vorbei.

Offensichtlich also, dass das Handelsparkett unvorhersehbar bleibt. Dies ist heute nicht anders als vor 20, 30 oder 70 Jahren.

Branchen-Wetten als unterschätztes Klumpenrisiko

Gehst du eine oder mehrere Branchen-Wetten an der Börse ein, besteht ein drastisch erhöhtes Klumpenrisiko in deinem Depot. Schließlich wirst du dein Kapital nicht in andere Sektoren investieren, um deine Rendite zu maximieren. Letzteres kann durchaus gelingen. Jedoch ist es ebenso möglich, dass deine Performance bei einer Marktabkühlung ins Bodenlose fällt. Hältst du beispielsweise fast ausschließlich Tech-Werte in deinem Depot und die Branche bricht ein, korreliert dein Depot entsprechend. Fehlt dir das optimale Börsen-Mindset, wirst du im schlimmsten Fall Verluste realisieren. So entsteht ein Teufelskreis, der dich letztlich dein gesamtes Vermögen kosten kann.

Breit streuen ist für Privatanleger Pflicht

Branchen-Wetten sind gefährlich. Das liegt offensichtlich am drastisch höheren Risiko, das viele Privatanleger nur schwer einschätzen können. Daher empfiehlt es sich, trotz der Verlockung einer schnellen Rendite an einer möglichst breiten Streuung festzuhalten. Sie hilft dir beim Risikomanagement und bietet einen weiteren großen Vorteil: Da die Börse unvorhersehbar ist, könnten plötzlich unscheinbare Branchen einen Höhenflug erleben. Hältst du diese in deinem breit gestreuten Depot, wirst du womöglich trotz einer vergleichsweise sicheren Geldanlage hohe Renditen erzielen. Korrelieren die Titel aus deinem Portfolio nicht, ist das besonders vorteilhaft für dich.

Branchen-ETFs oder Einzelaktien?

Möchtest du vom Potenzial einer bestimmten Branche profitieren, solltest du unbedingt handeln. Gelingt dir das mit einer durchdachten Strategie, ist eine überdurchschnittliche Rendite nicht unwahrscheinlich. Dabei stellen sich zahlreiche Privatanleger die Frage, ob sie spezielle Marktbereiche mithilfe von ETFs oder Einzelaktien abdecken sollen.

Hierauf kann es keine pauschale Antwort geben. Es kommt vielmehr stets auf deine Vorlieben und deinen Plan an. Setzt du auf Stockpicking, ist dein Depot in der Regel stärkeren Schwankungen unterworfen. Jedoch hast du dank der Einzelaktien die Chance auf eine überdurchschnittliche Rendite. Branchen-ETFs hingegen lassen dich marktbreit an der Entwicklung des bestimmten Sektors partizipieren. Beachte, dass dadurch ebenfalls eine höhere Rendite erzielbar ist. Bleibst du rational und vermeidest Gier sowie andere schädliche Emotionen, stellen sie als Beimischung eventuell den Rendite-Turbo für dein Portfolio dar.

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