Der 26-jährige Brite Johnny Boufarhat ist der jüngste Milliardär Großbritanniens. Nachdem Großbritannien 2020 infolge der Pandemie zum ersten Mal einen landesweiten Lockdown verhängt hatte, ging der junge Geschäftsmann mit einer Videokonferenz-App an den Start. Ein schlagender Erfolg, wie sich herausstellen sollte.
Im März 2020 startete Boufarhat als Reaktion auf die sich rasch ausbreitende Pandemie mit seiner selbst entwickelten Videokonferenz-App Hopin. Die Idee für die App hatte er dabei, nach eigener Aussage, bereits seit rund zwei Jahren.
Seinen Anfang nahm das Ganze dabei im Schlafzimmer seiner Freundin im Londoner Stadtteil King’s Cross im Jahr 2018, nachdem er aufgrund einer Krankheit bettlägerig gewesen war. Boufarhat begann damit, seine App Hopin zu programmieren, um damit Videokonferenzen live über das Internet streamen zu können. Die App sollte es ermöglichen, bequem von zu Hause aus zu arbeiten, wenn man selbst nicht die Möglichkeit hat, zur Arbeit zu fahren.
Über die nächsten zwei Jahre hinweg versuchte er vergeblich, Kapital für die Umsetzung seiner Idee einzusammeln. Zu jenem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass er mit seiner Idee nur knapp der Zeit voraus sein sollte. Als dann schließlich im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie über Großbritannien und den Rest der Welt hereinbrach, ging plötzlich alles ganz schnell. Nun flogen Boufarhat die Investoren nur so zu und er konnte Hopin endlich doch noch in die Realität umsetzen.
Viideokonferenz-App verschafft Boufarhat 1,5 Milliarden Pfund
Bereits kurz nach dem Start von Hopin, kletterte die Nutzerzahl in die Höhe. Zahlreiche große Unternehmen stiegen als Kunden bei Hopin ein, um ihren riesigen Belegschaften die nun notwendig gewordene Home-Office-Arbeit zu ermöglichen. Zu den Kunden zählen dabei u. a. so illustre Namen wie American Express und Hewlett Packard.
In den vergangenen zwei Jahren hat Hopin bereits mehr als 80.000 Events über seine Livestreams gehostet. Selbst die Vereinten Nationen und die NATO haben Boufarhats App bereits für sich genutzt.
Mit der rasant steigenden Zahl an Kunden und den explodierenden Einnahmen stieg auch der Wert von Hopin. Nachdem die Kundenzahl auf über 5 Millionen gestiegen war, kletterte die Bewertung von Hopin auf mehr als 4 Milliarden Pfund.
Boufarhats eigener Anteil an seinem Unternehmen bescherte ihm dabei ein Privatvermögen von 1,5 Milliarden Pfund. Damit gelang es ihm, innerhalb eines Jahres auf Rang 113 der Sunday Times Reichenliste für Großbritannien zu klettern.
Obwohl Hopin im Vereinten Königreich registriert ist, lebt und arbeitet Boufarhat mittlerweile in Barcelona zusammen mit seiner Verlobten. Dank der eigenen Spezialisierung auf Videokonferenzen und Remote-Work stellt dies für Boufarhat auch keineswegs ein Problem dar. Seine mehr als 500 Angestellten in den USA und Großbritannien sind jederzeit mit ihm und untereinander vernetzt.
Boufarhat selbst sagt von sich, dass er sehr auf seine Arbeit fokussiert ist. In der Vergangenheit waren Siebentagewochen für ihn etwas völlig Normales. Mittlerweile genehmigt er sich jedoch zumindest am Samstag einen halben Tag frei.
Zwar hat er keinerlei Pläne, in absehbarer Zeit aus Hopin auszusteigen. Dennoch hat Boufarhat zuletzt einen Teil seiner Unternehmensanteile versilbert. Dies hat ihm eine Summe von rund 100 Millionen Pfund eingebracht. Der prognostizierte Gewinn von Hopin allein für 2021 soll sich dabei auf 130 Millionen Pfund belaufen – Tendenz steigend.
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