NewsETF oder Immobilien: Welche Geldanlage passt 2026 besser zu dir?

ETF oder Immobilien: Welche Geldanlage passt 2026 besser zu dir?

Eigentumswohnung kaufen und vermieten oder lieber einen ETF-Sparplan starten? Diese Frage stellen sich viele Anleger. Beide Optionen haben ihre Berechtigung, aber sie funktionieren grundlegend anders.

Die gute Nachricht: Du musst dich nicht blind entscheiden. Denn es gibt klare Faktoren, die zeigen, welche Anlageform besser zu deiner Situation passt. Wie viel Kapital hast du? Wie viel Zeit kannst du investieren? Wie flexibel willst du bleiben?

In diesem Ratgeber bekommst du einen ehrlichen Vergleich mit konkreten Zahlen, Vor- und Nachteilen und Praxisbeispielen. Am Ende weißt du, ob für dich eher Betongold oder ein breit gestreutes ETF-Portfolio sinnvoller ist.

Kann es losgehen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Rendite: Breit gestreute ETFs (z.B. auf den MSCI World) erreichten historisch etwa 7 bis 8 % pro Jahr. Private Immobilienbesitzer kommen nach allen Kosten oft nur auf 2 bis 4 % Nettomietrendite.
  • Einstiegshürde: Für einen ETF-Sparplan brauchst du 25 Euro im Monat. Für eine Immobilie benötigst du meist 10 bis 20 % Eigenkapital plus Kaufnebenkosten von 10 bis 15 %.
  • Flexibilität: ETFs sind jederzeit verkaufbar. Immobilien binden dein Kapital über Jahre und lassen sich nicht stückweise veräußern.
  • Zeitaufwand: Ein ETF-Portfolio läuft praktisch von selbst. Immobilien erfordern Verwaltung, Mietersuche und Instandhaltung.

Was sind ETFs und wie funktionieren sie?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Indexfonds. Stell dir einen großen Topf vor, in dem hunderte oder tausende Aktien aus aller Welt liegen. Wenn du in einen ETF investierst, erwirbst du winzige Anteile an all diesen Unternehmen gleichzeitig.

Das Besondere: ETFs werden passiv verwaltet. Sie bilden einfach einen Index nach, zum Beispiel den MSCI World mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Kein teurer Fondsmanager, der aktiv Aktien aussucht. Deshalb sind die Kosten niedrig. Die meisten ETFs haben eine Gesamtkostenquote (TER) von nur 0,1 bis 0,5 % pro Jahr.

💡 Tipp: Du kannst bereits mit 25 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan einsteigen. Bei Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital geht es sogar ab 1 Euro. So kannst du den Vermögensaufbau auch mit wenig Geld starten.

Der große Vorteil: Du bist automatisch breit gestreut. Geht ein Unternehmen pleite, merkst du das kaum. Dein Risiko verteilt sich auf hunderte Aktien.

Was bedeutet Immobilieninvestment?

Bei einer Immobilie als Kapitalanlage kaufst du ein konkretes Objekt, zum Beispiel eine Eigentumswohnung. Diese vermietest du dann und erzielst Mieteinnahmen. Die Idee dahinter: Die Miete deckt idealerweise die Kreditrate, und nach 20 bis 30 Jahren gehört dir die Wohnung schuldenfrei.

Du hast zwei Möglichkeiten:

  • Eigennutzung: Du wohnst selbst darin und sparst Miete. Die Immobilie ist Zuhause und Vermögenswert zugleich.
  • Vermietung: Du kaufst die Wohnung als Kapitalanlage und vermietest sie an Dritte. Das Ziel sind regelmäßige Mieteinnahmen und langfristige Wertsteigerung.

⚠️ Wichtig: Die meisten Immobilienkäufer unterschätzen die Kaufnebenkosten. Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und eventuell Makler summieren sich auf 10 bis 15 % des Kaufpreises. Bei einer 300.000 Euro Wohnung sind das 30.000 bis 45.000 Euro, die du erstmal verdienen musst.

Anders als bei ETFs hast du bei einer Immobilie direkten Einfluss. Du entscheidest über Mieter, Renovierungen und Verwaltung. Das kann Vorteil oder Nachteil sein, je nach deiner Situation.

Infografik: Vergleich der Einstiegshürden bei ETF und Immobilie. ETF ab 25 Euro monatlich, Immobilie ab 60.000 Euro Eigenkapital.

Der große Rendite-Vergleich: ETF vs. Immobilie

Jetzt wird es konkret. Wie viel Rendite kannst du erwarten?

Infografik: Rendite-Vergleich ETF versus Immobilie. ETF durchschnittlich 7 bis 9 Prozent pro Jahr, Immobilie 2 bis 4 Prozent Nettomietrendite.

ETF-Rendite: Was ist realistisch?

Der MSCI World Index hat von 1975 bis Ende 2024 eine durchschnittliche Jahresrendite von 9,7 % erzielt (auf Eurobasis). Das ist beeindruckend. Allerdings solltest du für deine Planung etwas konservativer rechnen.

Finanztip empfiehlt, mit etwa 6 % pro Jahr zu kalkulieren. Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt: Wer 20 Jahre regelmäßig per Sparplan in den MSCI World investiert hat, konnte durchschnittlich 8,6 % pro Jahr erzielen. Im schlechtesten Fall waren es 2,2 %, im besten Fall 15,4 %.

🔍 Info: Ab einer Anlagedauer von 15 Jahren gab es im MSCI World historisch keine Verluste mehr. Zeit ist dein bester Freund beim Investieren. Mehr dazu erfährst du im Artikel Welche Rendite ist mit Aktien realistisch?

Immobilien-Rendite: Die Wahrheit hinter den Zahlen

Bei Immobilien wird es komplizierter. Die Bruttomietrendite klingt oft gut, zum Beispiel 4 oder 5 %. Aber die sagt wenig aus.

Denn die Nettomietrendite, also das, was wirklich übrig bleibt, sieht anders aus. Nach Abzug von Instandhaltung, Verwaltung, Leerstandsrisiko und Kaufnebenkosten landen viele Vermieter bei 2 bis 3 % Nettomietrendite.

Laut verschiedenen Analysen liegt die Rendite privater Immobilienbesitzer nach Abzug aller Kosten oft bei nur 1 bis 3 % real. In begehrten Großstädten wie München oder Hamburg sind Bruttomietrenditen von unter 3 % eher die Regel als die Ausnahme.

Kennzahl ETF (MSCI World) Vermietete Immobilie
Historische Durchschnittsrendite 7 bis 9 % p.a. 2 bis 4 % Nettomietrendite
Konservative Prognose 6 % p.a. 2 bis 3 % nach allen Kosten
Wertsteigerung Im Kurs enthalten Zusätzlich möglich, aber unsicher

Kosten im Vergleich: Was du wirklich zahlst

Die Kosten machen einen riesigen Unterschied. Und hier hat der ETF klare Vorteile.

ETF-Kosten

  • Gesamtkostenquote (TER): 0,1 bis 0,5 % pro Jahr
  • Ordergebühren: Bei vielen Neobrokern kostenlos
  • Sparplangebühren: Oft 0 Euro
  • Depotgebühren: Bei den meisten Online-Brokern kostenlos

Heißt konkret: Bei 100.000 Euro investiertem Kapital zahlst du etwa 100 bis 500 Euro pro Jahr an Fondskosten. Mehr nicht.

Immobilien-Kosten

Hier sieht die Sache anders aus:

  • Kaufnebenkosten: 10 bis 15 % des Kaufpreises (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, eventuell Makler)
  • Zinsen für die Baufinanzierung: Aktuell ca. 3 bis 4 % pro Jahr
  • Instandhaltungsrücklage: 1 bis 2 Euro pro Quadratmeter monatlich
  • Verwaltungskosten: 20 bis 40 Euro pro Monat bei Fremdverwaltung
  • Nicht umlagefähige Nebenkosten: Reparaturen, Sanierungen, Leerstandszeiten

⚠️ Achtung: Die Kaufnebenkosten von 10 bis 15 % musst du erstmal wieder verdienen. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro sind das 30.000 bis 45.000 Euro, die sich erst nach Jahren amortisieren. Daher gilt: Wer eine Immobilie nur wenige Jahre halten will, fährt mit ETFs fast immer besser.

Risiken: Wo lauern die Gefahren?

Beide Anlageformen haben ihre Risiken. Aber sie sind unterschiedlich.

ETF-Risiken

  • Kursschwankungen: Der MSCI World kann in Krisenzeiten 40 bis 50 % einbrechen. Das war 2008 so und 2020 kurzzeitig auch.
  • Psychologie: Viele Anleger verkaufen panisch am Tiefpunkt und realisieren Verluste.
  • Keine Garantie: Historische Renditen sind kein sicherer Indikator für die Zukunft.

Der entscheidende Punkt: Wer mindestens 15 Jahre durchhält, hat historisch nie Verlust gemacht. Die größte Gefahr ist also nicht der Markt, sondern die eigene Ungeduld. Wie du deine Risiken bei der Aktienanlage vermeidest, erfährst du in unserem separaten Artikel.

Infografik: Vermögensentwicklung über 20 Jahre. ETF-Sparplan erreicht etwa 650.000 Euro, Immobilie erreicht etwa 445.000 Euro Objektwert.

Immobilien-Risiken

  • Klumpenrisiko: Dein gesamtes Vermögen steckt in einem einzigen Objekt an einem einzigen Standort.
  • Mietausfall: Ein zahlungsunfähiger Mieter oder Leerstand kann deine Rechnung komplett durcheinanderwerfen.
  • Zinsänderungsrisiko: Nach der Zinsbindung kann der neue Zins deutlich höher sein.
  • Instandhaltung: Größere Reparaturen wie Dach oder Heizung kosten schnell fünfstellige Beträge.
  • Politisches Risiko: Mietpreisbremse, Sanierungspflichten, Solardachpflicht können die Rendite schmälern.

🔍 Info: Während du bei ETFs das Risiko durch Streuung minimierst, setzt du bei einer einzelnen Immobilie alles auf eine Karte. Das ist nicht per se schlecht, aber du solltest es bewusst tun.

Flexibilität und Liquidität

Hier gibt es einen klaren Sieger: ETFs.

Einen ETF-Anteil kannst du jederzeit während der Börsenöffnungszeiten verkaufen. Brauchst du Geld, verkaufst du einfach einen Teil deines Portfolios. Das dauert wenige Minuten.

Bei einer Immobilie sieht das anders aus. Der Verkaufsprozess dauert oft Monate. Und du kannst nicht einfach „ein Zimmer verkaufen“, wenn du nur einen Teil des Geldes brauchst. Es ist alles oder nichts.

Außerdem: Dein Geld steckt in der Immobilie fest. Die monatliche Kreditrate muss gezahlt werden, egal ob du gerade einen Job hast oder nicht. Das kann bei Scheidung, Arbeitslosigkeit oder Krankheit zum echten Problem werden.

Kriterium ETF Immobilie
Verkaufsdauer Minuten bis Tage Monate
Teilverkauf möglich Ja, beliebig Nein
Kapitalbindung Keine Jahrzehnte
Monatliche Verpflichtung Freiwillig Kreditrate fix

Steuern: Wer zahlt weniger?

Beide Anlageformen haben steuerliche Besonderheiten.

ETF-Besteuerung

Bei ETFs zahlst du auf Gewinne die Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, insgesamt etwa 26,375 %. Dazu kommt eventuell Kirchensteuer. Allerdings gibt es einen Freibetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro bei Verheirateten).

Außerdem gilt die Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs sind 30 % der Erträge steuerfrei. Das senkt die effektive Steuerlast auf etwa 18,5 %.

Immobilien-Besteuerung

Hier wird es interessanter. Nach zehn Jahren Haltedauer sind Wertsteigerungen beim Verkauf komplett steuerfrei. Das ist ein echter Vorteil.

Während der Vermietung kannst du viele Kosten absetzen: Zinsen, Abschreibung (2 bis 3 % pro Jahr auf den Gebäudewert), Reparaturen, Verwaltungskosten. Das kann deine Steuerlast erheblich senken, besonders wenn du gut verdienst.

💡 Tipp: Die Steuerfreiheit nach zehn Jahren klingt verlockend. Aber rechne nach: Die höheren Renditen von ETFs über zehn Jahre können den Steuervorteil der Immobilie oft mehr als ausgleichen.

Der Hebeleffekt: Das Argument für Immobilien

Es gibt ein Argument, das oft für Immobilien angeführt wird: der Hebeleffekt durch Fremdkapital.

Die Idee: Du kaufst eine Immobilie für 300.000 Euro, bringst aber nur 60.000 Euro Eigenkapital mit. Den Rest finanziert die Bank. Wenn die Immobilie um 3 % im Jahr steigt, sind das 9.000 Euro Wertzuwachs. Bezogen auf dein Eigenkapital von 60.000 Euro entspricht das 15 % Rendite.

Klingt verlockend. Aber:

  • Der Hebel wirkt auch in die andere Richtung. Sinken die Preise, verlierst du überproportional.
  • Du zahlst Zinsen auf das Fremdkapital, aktuell etwa 3 bis 4 % pro Jahr.
  • Die Eigenkapitalrendite sieht nur gut aus, wenn du die Zinszahlungen ignorierst.

⚠️ Achtung: Der Hebeleffekt funktioniert nur bei steigenden Preisen. 2023 fielen die Immobilienpreise in Deutschland erstmals seit 2007 deutlich, im Schnitt um 8,4 %. Wer da frisch gekauft hatte, saß auf Buchverlusten.

Zeitaufwand: Wie viel Arbeit macht die Anlage?

Ein wichtiger Faktor, der oft unterschätzt wird.

ETF: Minimaler Aufwand

Einmal einrichten und vergessen. Ein ETF-Sparplan läuft automatisch. Du musst nur ab und zu checken, ob alles noch passt. Vielleicht rebalancen, wenn du mehrere ETFs hast. Das sind wenige Stunden pro Jahr.

Wenn du noch kein Depot eröffnet hast, ist das in 15 Minuten erledigt.

Immobilie: Erheblicher Aufwand

Eine vermietete Immobilie macht Arbeit:

  • Mietersuche und Bonitätsprüfung
  • Mietverträge erstellen und verwalten
  • Nebenkostenabrechnungen
  • Instandhaltung organisieren
  • Handwerker koordinieren
  • Eigentümerversammlungen
  • Steuererklärung mit Anlage V

Klar, du kannst eine Hausverwaltung beauftragen. Aber die kostet Geld und schmälert deine Rendite weiter.

Immobilien-ETFs: Die Alternative?

Was, wenn du in Immobilien investieren willst, aber ohne den Aufwand? Dann könnten Immobilien-ETFs interessant sein.

Diese ETFs investieren in börsennotierte Immobilienunternehmen und REITs (Real Estate Investment Trusts). Du bekommst damit Zugang zum Immobiliensektor, ohne selbst eine Wohnung zu kaufen.

Vorteile von Immobilien-ETFs

  • Niedrige Einstiegshürde: Ab einem Euro investierbar
  • Breite Streuung: Hunderte Immobilienunternehmen in einem Produkt
  • Hohe Liquidität: Jederzeit verkaufbar
  • Niedrige Kosten: TER meist unter 0,5 %
  • Regelmäßige Ausschüttungen: REITs müssen 90 % ihrer Gewinne ausschütten

Nachteile von Immobilien-ETFs

  • Du investierst in Aktien von Immobilienunternehmen, nicht direkt in Gebäude
  • Die Kurse schwanken stärker als physische Immobilien
  • Kein Hebeleffekt durch Fremdfinanzierung
  • Keine Steuerfreiheit nach zehn Jahren

🔍 Info: Bekannte Immobilien-ETFs sind der iShares Developed Markets Property Yield oder der VanEck Global Real Estate ETF. Die Gesamtkostenquote liegt oft bei nur 0,25 bis 0,4 %. Mehr zur Auswahl des richtigen ETFs findest du in unserem Ratgeber.

Praxisbeispiel: Zwei Wege zum Vermögen

Schauen wir uns zwei fiktive Anleger an, die beide 60.000 Euro Eigenkapital haben und 1.000 Euro monatlich investieren können.

Szenario A: Lisa investiert in ETFs

Lisa legt ihre 60.000 Euro in einen MSCI World ETF an und spart monatlich 1.000 Euro dazu. Bei 6 % durchschnittlicher Jahresrendite sieht ihre Rechnung nach 20 Jahren so aus:

  • Startkapital: 60.000 Euro
  • Monatliche Einzahlung: 1.000 Euro
  • Anlagedauer: 20 Jahre
  • Angenommene Rendite: 6 % p.a.
  • Endkapital: ca. 650.000 Euro

Die Rechnung dahinter: 60.000 Euro wachsen bei 6 % auf etwa 192.000 Euro. Dazu kommen 240.000 Euro eingezahltes Sparplankapital, das mit Zinseszins auf etwa 460.000 Euro wächst. Zusammen macht das rund 650.000 Euro. Erfahre mehr darüber, wie du mit regelmäßigen Sparraten zum Vermögen kommst.

Szenario B: Thomas kauft eine Wohnung

Thomas kauft eine Eigentumswohnung für 300.000 Euro. Er bringt 60.000 Euro Eigenkapital mit und finanziert 240.000 Euro über 20 Jahre bei 3,5 % Zinsen.

  • Kaufpreis: 300.000 Euro
  • Kaufnebenkosten (12 %): 36.000 Euro
  • Eigenkapital: 60.000 Euro + 36.000 Euro = 96.000 Euro
  • Kreditsumme: 240.000 Euro
  • Monatliche Rate: ca. 1.400 Euro
  • Mieteinnahmen: 1.000 Euro kalt
  • Monatliche Zuzahlung: ca. 400 Euro

Nach 20 Jahren gehört ihm die Wohnung. Bei einer angenommenen Wertsteigerung von 2 % pro Jahr ist sie dann etwa 445.000 Euro wert. Abzüglich der über die Jahre geleisteten Zuzahlungen und Instandhaltung bleibt weniger übrig als bei Lisas ETF-Portfolio.

💡 Tipp: Das Beispiel zeigt: Rein finanziell haben ETFs oft die Nase vorn. Aber Thomas hat nach 20 Jahren eine abbezahlte Wohnung, in die er selbst einziehen könnte. Für manche wiegt das schwerer als die höhere Rendite.

Für wen eignet sich was?

Jetzt wird es persönlich. Denn die beste Anlage hängt von deiner Situation ab.

ETFs sind besser für dich, wenn:

  • Du wenig Eigenkapital hast (unter 50.000 Euro)
  • Du flexibel bleiben willst oder musst
  • Du keine Zeit für Vermietung und Verwaltung hast
  • Du Volatilität aushalten kannst
  • Du mindestens 15 Jahre Anlagehorizont hast
  • Du dein Risiko breit streuen willst

Immobilien sind besser für dich, wenn:

  • Du viel Eigenkapital hast (mindestens 20 % plus Nebenkosten)
  • Du einen „Zwangssparvertrag“ brauchst (Kreditrate zwingt zur Disziplin)
  • Du Zeit und Interesse an der Verwaltung hast
  • Du in einer Region mit guten Mietrenditen kaufen kannst
  • Du langfristig planst und flexibel beim Verkauf bist
  • Du etwas Greifbares besitzen willst

Kombination: Das Beste aus beiden Welten

Du musst dich nicht für eine Seite entscheiden. Viele erfolgreiche Anleger kombinieren beide Anlageformen:

  • Erst ein ETF-Portfolio aufbauen für Liquidität und Flexibilität
  • Später eine Immobilie kaufen, wenn genug Eigenkapital vorhanden ist
  • Oder: Immobilien-ETFs als Beimischung nutzen

So profitierst du von der Streuung und hast trotzdem die Option auf eine eigene Immobilie, wenn der richtige Zeitpunkt kommt. Das kann auch ein guter Baustein für deine Altersvorsorge mit ETFs sein.

FAQ: Häufige Fragen zu ETF oder Immobilien

Was ist sicherer: ETF oder Immobilie?

Beide haben Risiken, nur unterschiedliche. ETFs schwanken kurzfristig stärker, haben aber historisch langfristig immer positive Renditen gebracht. Immobilien wirken stabiler, haben aber ein Klumpenrisiko. Eine einzelne schlechte Immobilie kann dein gesamtes Vermögen gefährden. Insgesamt sind breit gestreute ETFs bei langem Anlagehorizont weniger riskant.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Immobilie?

Die meisten Banken verlangen mindestens 10 bis 20 % des Kaufpreises plus die Kaufnebenkosten von 10 bis 15 %. Für eine 300.000 Euro Wohnung brauchst du also mindestens 60.000 bis 105.000 Euro Eigenkapital. Ohne Eigenkapital finanzieren nur wenige Banken, und dann zu deutlich schlechteren Konditionen.

Kann ich auch mit wenig Geld in Immobilien investieren?

Ja, über Immobilien-ETFs, REITs oder Crowdinvesting-Plattformen. Bei einem Immobilien-ETF kannst du bereits ab 25 Euro monatlich einsteigen und bist trotzdem breit im Immobiliensektor gestreut.

Was ist besser für die Altersvorsorge?

Für die meisten Menschen sind ETFs die flexiblere und renditestärkere Wahl. Du kannst im Alter gezielt Anteile verkaufen und dein Kapital „entsparen“. Bei einer Immobilie ist das schwieriger. Allerdings hat eine abbezahlte Immobilie den Vorteil, dass du mietfrei wohnst. Ideal ist oft eine Kombination.

Ab wann lohnt sich eine Immobilie als Kapitalanlage?

Eine Immobilie zur Vermietung lohnt sich, wenn die Nettomietrendite mindestens 3 bis 4 % beträgt und du das Objekt mindestens 10 bis 15 Jahre halten kannst. Außerdem solltest du genug Eigenkapital haben, um nicht zu 100 % fremdfinanzieren zu müssen.

Was passiert bei einem Börsencrash mit meinem ETF?

Kurzfristig kann der Wert stark sinken, wie 2008 oder 2020. Langfristig haben sich die Märkte aber immer erholt. Das Wichtigste: Nicht panisch verkaufen, sondern durchhalten. Wer 2008 am Tiefpunkt verkauft hat, hat die anschließende Erholung verpasst.

Fazit: „Die beste Geldanlage ist die, die zu deiner Lebenssituation passt“

Der Vergleich zeigt: ETFs bieten höhere Flexibilität, niedrigere Kosten und historisch bessere Renditen. Immobilien haben den Charme des Greifbaren und können als Zwangssparvertrag funktionieren.

Für die meisten Anleger, besonders Einsteiger, sind breit gestreute ETFs die bessere Wahl. Du brauchst weniger Kapital, hast weniger Aufwand und behältst maximale Flexibilität.

Aber: Es muss nicht Entweder-oder sein. Ein ETF-Portfolio als Basis und später eine Immobilie dazu ist eine bewährte Strategie. So nutzt du die Vorteile beider Welten.

Am Ende zählt nicht, was theoretisch optimal ist, sondern was zu dir passt. Rechne deine persönliche Situation durch, sei ehrlich zu dir selbst und triff dann eine informierte Entscheidung.

Dirk Veit
Dirk Veit
Dirk Veit beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit den Themen Geldanlage und Vermögensaufbau. Sein besonderes Interesse gilt ETFs als kostengünstige und transparente Anlageform. Neben passiven Indexfonds verfolgt er auch aktiv Entwicklungen in den Bereichen Aktienanalyse, Altersvorsorge, Portfoliostrategien und Börsenpsychologie. Er ist überzeugt, dass fundiertes Finanzwissen der Schlüssel zu besseren Anlageentscheidungen ist. Bei Aktiennews24 teilt Dirk sein Wissen in verständlichen Artikeln und möchte Leserinnen und Lesern dabei helfen, ihre finanziellen Ziele selbstbestimmt zu erreichen.

Der Handel mit Finanzprodukten birgt Risiken. Es können erhebliche Verluste entstehen. Die Inhalte dieser Webseite dienen nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung, die dargestellte Meinung dient nicht als Finanzberatung.

 

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