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Finanzblogger im Interview: Gut veranlagt?!

In dieser Reihe stellen wir die Köpfe hinter den spannendsten Finanzblogs Deutschlands vor. Heute im Interview: Oliver von Gut veranlagt?!

AktienNews24: Was erwartet die Leser*innen auf deinem Blog?

Oliver: Vornweg erst einmal vielen Dank für die Möglichkeit, mich und meinen Blog an dieser Stelle vorstellen zu können! Ich fang’ einmal damit an, was es auf meinem Blog nicht gibt:

Analysen zu einzelnen Wertpapieren. Ich denke, da gibt es schon genug andere Finanzblogs, die so etwas viel besser können! Auch wenn es authentisch wirkt: monatliche Aufstellungen meiner Transaktionen oder Dividenden auf Heller und Pfennig werden die Leser*innen bei mir ebenfalls nicht finden. Stattdessen versuche ich eher, auf Basis der von mir gemachten Erfahrungen, die Metaebene in Sachen Kapitalanlage zu beleuchten. Also etwa Fragen zur „richtigen“ Besteuerung eines bestimmten Wertpapiers, den Kriterien zur Anbieterwahl, also etwa eines Online-Brokers für ein Wertpapier- oder Fondsdepot, den Herausforderungen beim Übertrag eines Depots, etc. pp.

AktienNews24: Was hat dich dazu bewogen, den Blog zu starten?

Oliver: Natürlich gibt es bereits eine Vielzahl anderer Finanzblogs. Selbst bin ich jedoch, bei vielen, vermeintlich kleinen Details rund um die Kapitalanlage immer wieder an die Grenzen der Internet-Recherche gestoßen. Besonders häufig auch bei steuerlichem Fragen, etwa zu Kapitalrückzahlungen (Return Of Capital), Limited Partnerships, US-REITs oder US-ETFs. Wer schon einmal 50 Seiten Blog-Kommentare zu einem bestimmten Fachthema abgearbeitet hat, und am Ende nicht schlauer war als vorher, weiß sicher was ich damit meine. Mein Ziel ist es daher, tiefer in solche Detailfragen einzutauchen. Sofern ich dann im Laufe der Zeit neue Erkenntnisse gewinne, will ich dann meine alten Blogbeiträge entsprechend aktualisieren.

AktienNews24: Welche 3 Tipps würdest du finanzinteressierten Leser*innen auf den Weg geben?

Oliver: Das kommt darauf an, wie weit die Leser*innen bereits fortgeschritten sind. Wenn man also noch nicht so sehr mit der Materie vertraut ist: Erstens erst einmal anfangen! Je früher desto besser, denn der Faktor Zeit, mithin der Zinseszins-Effekt, wird hier allgemeinhin unterschätzt. Jedes Jahr früher zählt, da der Wert des angelegten Geldes beim Zinseszins nämlich nicht linear, sondern exponentiell wächst.

Zweitens empfehle ich eine Art Core-Satellite-Strategie: Sammelanlagen, die ich langfristig halte, sollten dabei generell das Herz („Core“) der Vermögensanlage bilden. Also ETFs und auch Investmentfonds, ja, auch aktive gemanagte Investmentfonds! Positiv formuliert schlagen immerhin etwa ein gutes Drittel der Fondsmanager ihren Index. Bei Crashs, wie z.B. 2020, sogar mehr. Mit der Zeit, und zunehmender Erfahrung, kann man sich dann vermehrt auch den Einzelwerten, sozusagen den Satelliten, widmen. Auch weil das dann natürlich mehr Spaß macht. Drittens sollte man aber nie glauben, schlauer, oder auch schneller als der Markt zu sein. Deshalb sollten Sammelanlagen immer den größten Teil ausmachen, zumindest wenn man es mit der langfristigen Akkumulation von Vermögen ernst meint. Einzelanlagen bergen bekanntlich immer Risiken. Ich habe z.B. Ende 2019 TUI gekauft. Aus damaliger Sicht war das durchaus schlau, zumal der größte Wettbewerber, Thomas Cook, gerade vom Markt verschwunden war. Die Entwicklung von Curevac ist auch ein schönes, aktuelles Beispiel. Sofern ich mir dafür einen strikten finanziellen Rahmen setze, und nicht Haus und Hof verwette, spricht aber natürlich nichts dagegen, mit Einzelwerten zu spekulieren.

AktienNews24: Was war dein bisher größter finanzieller Fehler?

Oliver: Oha, den einen größten finanziellen Fehler gibt es gar nicht, dafür eher mehrere … 😉

Ich war beim Internet-Hype bei der Jahrtausendwende mit dabei. Hätte ich also nur rechtzeitig meine Fondsanteile an dem „Uni Neue Märkte“ der Union Investment versilbert und nicht zu lange geglaubt, dass die Schwächeperiode am Markt nur eine vorübergehende sei.

Wenige Jahre vor der Finanzkrise, 2005, hatte ich in einen geschlossenen Private Equity-Dachfonds des Anbieters RWB investiert. 2020 konnte ich dann endlich einen Schlussstrich ziehen: Auch wenn ich nicht wirklich Geld verloren hatte, hätte ich doch weitaus Besseres mit meinem Geld anstellen können. Stichwort: Opportunitätskosten. Nach 16 Jahren hatte ich gerade einmal eine schwarze Null erreicht. Vor Steuern, versteht sich. Unglaublich, wie hoch da die laufenden Kosten sind, von den Vertriebskosten zu Anfang ganz zu schweigen. Und dann der ganze organisatorische Aufwand, z.B. auch mit der Steuer. Vor solchen Konstrukten kann ich heute nur warnen.

Mein zuletzt gemachter Fehler war sicherlich, via Crowdinvesting bei den Anbietern Exporo und Zinsland Geld in Nachrangdarlehen zu stecken. In den letzten Jahren sind nicht wenige Projekte in eine bedrohliche Schieflage geraten oder wurden sogar liquidiert. Nachzulesen etwa im Finanzblog des Privatiers. Von 6 Prozent Rendite kann da keine Rede sein. Leider tun ja viele Finanzblogs so, als sei Crowdinvesting „das neue Tagesgeld“ und kassieren kritiklos die Vermittlungsprovisionen der Anbieter.

Aber sehen wir das ganze doch einmal positiv: zurückblickend wäre mein größter Fehler gewesen, nicht schon Mitte der 90er Jahre angefangen zu haben, Geld in Vermögensanlagen zu investieren …

AktienNews24: Was ist dein persönliches finanzielles Ziel?

Oliver: Nun, ich gehöre ja nicht mehr zu der Gruppe ganz junger Finanzblogger. Insofern hatte ich mit dem Vermögensaufbau ja auch schon ein paar Jahrzehnte mehr Zeit. Mein Ziel ist es daher im Wesentlichen, meine erreichte finanzielle Unabhängigkeit zu erhalten und insgesamt in meinem Agieren professioneller zu werden.

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